Club-Urlaub in Patagonien – Was macht Komplexität mit uns?

Teilen wir uns doch mal die Geschäftswelt ein. In Fragestellungen, die einfach, kompliziert, komplex und chaotisch sind.

Einfach sind dann Fragestellungen, wie z.B. folgende Situation am Kaffeeautomaten: „Der Kaffee ist alle, sagt die Anzeige der Kaffeemaschine. Wo finde ich neue Kaffeebohnen und wie bekomme ich die in die Maschine?”

Einfache Fragestellungen lassen sich sehr effizient mit einer To-do-Liste lösen. In diesem Falle würde über der Kaffeemaschine ein Zettel hängen, der folgendermaßen lauten könnte:
„Wenn die Kaffeemaschine im Display anzeigt, dass die Kaffeebohnen alle sind, dann mache den Schrank zu deiner rechten auf, nimm eine Packung Kaffeebohnen heraus und schütte ihren Inhalt in das Fach rechts hinten an der Kaffeemaschine. Bevor du die Bohnen dort rein schüttest, nimm den Deckel des Faches ab (siehe Symbol Kaffeebohne). Wenn das Fach voll ist, tue den Deckel auf das Fach. Stelle den restlichen Inhalt wieder in den Schrank und drücke an der Kaffeemaschine das Symbol OK. Dann mache dir deinen Kaffee. Guten Durst!”

Bei einfachen Fragestellungen kann man natürlich auch mal schnell eine Kollegin oder einen Kollegen fragen, das ist evtl. für den Fragenden effizient, aber nicht für die, die immer gefragt werden.

Kompliziert sind Fragestellungen, wie z.B. das Verbuchen von Eingangsrechnungen. Ein Eingangsrechnung erreicht auf digitalem oder dem Postweg das Unternehmen und wird in die Finanzbuchhaltung weitergeleitet. Dort wird geprüft, ob die Leistung bestellt, wurde, ggf. von wem sie bestellt wurde, ggf. muss der Besteller oder ein Vorgesetzter eine Freigabe für die Bezahlung der Rechnung geben, dann wird kontiert, Zahlung angestoßen. usw. Eine Reihe bekannter Schritte, die in einer bekannten Ursache-Wirkung-Beziehung (wenn-dann) stehen. In der Regel sind alle wenn-dann-Beziehungen bekannt. Sollte es doch einmal eine geben, die unbekannt ist, dann wird sie durch den Vorgesetzten oder das Team oder einen anderen Sondermechanismus geklärt.

Komplizierte Dinge lassen sich sehr effizient mit einem Prozess bzw. seiner Beschreibung lösen. Das Wissen über die Ursache-Wirkungs-Beziehungen ist vorhanden und kann sich daher beschreiben lassen. Analysen sind möglich und sinnvoll. Es gibt nur sehr wenige unbekannte Beziehungen bei komplizierten Dingen. Kleine komplizierte Dinge sind einfach. Große komplizierte Dinge sind immer noch kompliziert, z.B. Fahrräder, Schiffe, Windmühlen. Bei komplizierten Fragestellungen sind Best Practices, also das Kopieren von bewährten Vorgehensweisen, hilfreich, oder auch Blueprints.

Kommen wir nun zu komplexen Fragestellungen. Die haben die Eigenschaft, dass man die der Aufgabe zugrundeliegenden Ursache-Wirkungs-Beziehungen nicht kennt. Oder man glaubt sie zu kennen, kann aber nicht garantieren, dass jedes Mal das gleiche Ergebnis heraus kommt. Die Ursache-Wirkungs-Beziehungen können durch Ausprobieren erkennbar gemacht werden.  Aber wie gesagt, sind sie erkannt, gibt es keine Garantie, dass sie beim nächsten Mal das exakt gleiche Ergebnis liefern.

Nehmen wir einen neuen Mitarbeiter, den wir gerne für unser Unternehmen gewinnen würden. Wir haben Wissen über eine bestimmte Abfolge von Tätigkeiten, die zur letzten Einstellung geführt haben. Würden wir diese Schritte erneut ausführen, können wir nicht garantieren, dass das Ergebnis ein neuer Kollege ist. Wir haben relativ große Unsicherheit in der Vorgehensweise.

Komplexe Fragestellungen lassen sich nicht vorab analysieren, da es keine bekanntes Wissen über die wenn-dann-Beziehungen gibt. Sie lassen sich auch nicht mit einem Prozess beantworten. Komplexe Fragestellungen beinhalten Überraschungen und können nur mit einem System, dass für Überraschungen geeignet ist, beantwortet werden. Dazu gehören Experimente und Menschen in Interaktion. Transparenz ist auch sehr sinnvoll, da sie das Lernen fördert.

Komplexe Fragestellungen sind für klassische, hierarchische, arbeitsteilige Organisationen eine große Herausforderung. Die Organisation versucht die Überraschungen mit Mitteln, die für eine Welt ohne Überraschungen sehr effizient sind, entgegenzutreten. Das führt zwangsläufig zu Erstarrung und damit einhergehend einem deutlichen Nachlassen der Wettbewerbsfähigkeit.

Das ist so, als wenn wir mit der Erfahrung über All-inclusive-Urlaub im Robinson-Club eine Expedition in Patagonien durchführen wollen.

Enjoy the change!

Winald Kasch

PS Mehr zu dem Thema kompliziert vs. komplex z.B. in Büchern von Niels Pfläging.

Winald Kasch

Bereit für den Paradigmen-Wandel der neuen Ära?

Direkt vor der Tür und überall in den Medien droht die Welt unterzugehen: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Umweltkrise, Energiekrise, Nahostkrise, Sinnkrise. Trotzdem fühlt sich alles so an wie immer, oder? Alle reden von der nächsten großen Krise, doch kaum jemand bewegt sich – weil keiner so recht weiß wie?

Weitermachen wie bisher? Sich darauf einstellen oder etwas ändern? In der Welt des Business verpuffen Milliarden durch ineffiziente Beratungs- und Führungsmethoden, die nicht mehr zeitgemäß sind, weil sie den eigentlichen Kern gegenwärtiger Herausforderungen nicht treffen. Dabei ist offensichtlich, dass es einen tiefer greifenden Wandel braucht, nach dem sich viele Menschen auch tatsächlich sehnen. Für einen Quantensprung der Entwicklung wird es jedoch dringend erforderlich sein, eine neue und holistische Perspektive in den Bereich der Führungen zu etablieren. Wenn es gelingt, sämtliche für das komplexe und potenziert-vernetzte, globale Zusammenwirken aller Systeme und Strukturen – also Menschen – relevanten Aspekte von Bewusstsein, Einsicht, Empathie und Spiritualität mit einzubinden, wird damit der Gesamtheit der Menschen gedient. Eine solche Ausrichtung wird sich den Fragen der Nachhaltigkeit allen Lebens ganz zur Verfügung stellen.

Dieser Artikel hat Sie gefunden, weil Sie einen neuen Weg in der Gesellschaft und Wirtschaft beschreiten wollen? Gut! Die Welt braucht etwas wirklich Neues, Innovation, ein echtes Novum! Die Welt braucht Menschen wie Sie, die sich selbst reflektieren und eine über sich selbst hinausgehende Begeisterung und Fürsorge für alles Leben in sich tragen. Sie gestalten den Wandel mit. Sie sind Teil einer neuen visionären Generation selbstbewusster und wirklich verantwortungsvoller Menschen. Die Welt braucht Menschen wie Sie, die in sich die Sehnsucht tragen, eine größtmögliche Klarheit, Liebe und Kraft für sich selbst zu entwickeln, um so für und mit ihrem Unternehmen, ihrer Organisation, deren Entwicklung und Erfolg einen wesentlichen Beitrag für alle zu leisten.

Kennen Sie das? Sie sind innerlich zerrissen mit dem tiefsten Anliegen Ihres Herzens, dass Sie etwas verändern wollen, sich einbringen wollen, beitragen wollen zu etwas Besserem, aber nicht genau wissen, wie Sie es anstellen können? Vielleicht denken Sie auch: „Alleine schaffe ich das nicht. Ja, privat lebe ich authentisch, aber im Job? No way! Wie soll das gehen?“

Hier ist die gute Nachricht: So wie Sie denken gegenwärtig viele Menschen, und zwar weltweit. Es stehen so viele an diesem Punkt, dass diese Zeit reif ist für Wandel, eine nächste Ära von Bewusstsein öffnet ein Fenster für neue Potenziale, die einen Bauplan in sich tragen, der die Impulse, Inspirationen und Ideen aus der Zukunft kontaktiert. Aus einer integralen Zukunft kommen vor allem ganzheitliche Lösungsansätze für unsere globalen Fragestellungen.

Während wir in Deutschland die letzten zehn Jahre sehr erfolgreich damit beschäftigt waren, uns wirtschaftlich richtig fit für das globale 21. Jahrhundert zu machen, ist im Hintergrund dieser Bemühungen eine fast unmerkliche Bewegung aufgetaucht – ein völlig neues Netz von Möglichkeiten und Potenzialen, das Bewusstseinsebenen entwickelt hat und nutzt, die einige von uns noch nicht auf ihrem Radar wahrgenommen haben. Aus unserem heutigen Blickwinkel, der sich sehr auf die Aufklärung und den Darwinismus bezieht, nehmen wir uns und die Welt mit der – bis hierher – am weitesten entwickelten Betriebssoftware „Konkurrenz 5.9“ wahr. Bis hierher war das auch genau die richtige Software.

Doch jetzt ist einer dieser Momente gekommen, da wir ein Update brauchen, wenn wir die Entwicklung wieder in ein Fließen und die Potenziale unserer Gesellschaft entfalten wollen. Nicht Burn-out ist das Problem, sondern dass wir blind geworden sind für die Fälligkeit eines Paradigmen-Wandels unseres Systems, gerade wegen oder trotz des globalen Erfolges, den die deutsche Wirtschaft derzeit genießt. Was geschieht aber, wenn wir stehen bleiben bei dem Release Konkurrenz 5.9.9? Ist dann die deutsche Wirtschaft ausgebrannt und „burned out“? Was ausbrennt, sind entzündete Egos!

Wir sind auf dem Gipfel der einseitigen Rendite-Betonung angekommen. Gier oder besser gesagt Angst haben uns hierher geführt. Die bekannte Heuschrecke ist auch in uns, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Diese Meisterleistung gerät jedoch zur modernen Sklavenhaltung, weil sie nicht zum Wohle aller, sondern zum Wohle der Wenigen reicht, und deshalb brennen Menschen aus, weil sie ohnmächtig und hilflos gegenüber dieser Entwicklung sind. Das Fatale an dem Bewusstsein „Der Bessere gewinnt“ ist nicht allein, dass wir einen immensen Preis dafür bezahlen: betriebs- und volkswirtschaftlich weit über 120 Milliarden Euro jedes Jahr an direkten und indirekten Kosten, das entspricht mehr als den operativen Gewinnen aller DAX 30-Unternehmen Deutschlands 2011.

Das wirklich Fatale ist, dass wir als die Führungspersonen in dem alten Konkurrenzbewusstsein 5.9 glauben, alles richtig zu machen, weil wir gewinnen und nicht verlieren. Wir werden blind für den Paradigmen-Wandel, der sich mit immer höherer Drehzahl bemerkbar macht. Das letzte Statement für die Wucht dieses Umbruchs war der Arabische Frühling. Wer jetzt noch den Blick verschließt vor den Potenzialen einer „Wirtschaft 7.0“, der handelt unternehmerisch, politisch und gesellschaftlich unreflektiert und riskiert nicht nur seinen eigenen Burn-out.

Fragen Sie Führungspersonen aus Sport, Wirtschaft oder Kunst, was schwieriger ist: Weltspitze zu bleiben oder in die Weltspitze vorzudringen? Vorstände und Mitarbeiter von Mercedes, Apple, Lufthansa und BASF oder Spitzensportler wie Michael Schumacher können ein Lied davon singen: Mehr vom Gleichen produzieren, das Bestehende verbessern und neue Produkte in immer kürzeren Zyklen auf den Markt zu bringen, wird auf Dauer nicht die Lösung sein. Recycling, Ressourceneffizienz und „grünes Wachstum“ sind längst keine Drohwörter mehr für Vorstände deutscher Konzerne – schon aus eigenen ökonomischen Überlegungen heraus nicht. Es geht darum, sich zu öffnen für einen Weg, der zu einem neuen Denken, Handeln und zu neuen Potenzialen führt. Unternehmen wie Apple haben uns gezeigt, wie selbst „angestammte“ Unternehmen Branchen revolutionieren und dabei innerhalb von wenigen Jahren margenträchtige Umsätze in Milliardenhöhe generieren. Denken Sie nur an iPod, iTunes, iPhone und iPad. Diese Innovationen haben das Businessmodell der Musikindustrie und der Verlage verändert. Google oder YouTube haben die Welt der Werbung gewandelt, möglicherweise auch bald das Geschäftsmodell der Film- und Fernsehindustrie. Wikipedia, ein Businessmodell des Teilens auf Spendenbasis, ersetzt bald das traditionelle Nachschlagewerk und ist dabei fast ebenso akkurat. Low Cost-Airlines hinterfragen immer öfter das Businessmodell von Full Service-Airlines – und das demnächst auch auf der Langstrecke – fragen Sie mal Herrn Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Lufthansa. Es geht darum, dass nach den Babyboomern und der Generation X jetzt eine neue Generation heranwächst: die Generation Y, deren Wertesystem sich deutlich unterscheidet von Babyboom-Dinosauriern, wie ich einer bin.

Und das immer mehr auf globaler Ebene, weil wir medial und im Bewusstsein so vernetzt sind, wie nie zuvor. Status heute ist immer weniger das Besitzen, sondern das Benutzen, weniger Karriere und Anerkennung als Freiheit und Vielfalt. Unser Führungspersonen-Bewusstsein sollte gründlich hinterfragt werden: Sind wir einseitig blind geworden? Sind die Entwicklungen auf unserem Radar? Was nehmen wir wirklich wahr von dem, was geschieht? Finden wir wirklich sinnvolle Antworten auf globale Herausforderungen – im Hinblick auf die neuen Möglichkeiten? Oder denken wir täglich neu in alten Mustern? Seien wir ehrlich: Der Super-GAU für Deutschland und deutsche Topunternehmen wäre das Erblinden vor neuen Paradigmen und Parametern, sodass Unternehmen Burn-out sind. Der Wandel ist längst da.

Lassen Sie uns gemeinsam eine Zukunft von Organisationen entwickeln – Sinn-inspiriert und Selbst-steuernd.

Ihr Stefan Götz

Auszug aus dem Buch CHANGE LEADER inside von Stefan Götz

 

Stefan Götz

Stefan Götz