Einzelleistung ist ein Mythos

Das kann man so sagen, oder? Na gut, man sollte es noch etwas differenzieren: Einzelleistung im Sinne der Wertschöpfung im Unternehmen ist ein Mythos. Es gibt keine Person in einer Unternehmensorganisation, die alleine und ausschließlich für die Wertschaffung sorgt. Oder? Nessie gibt es ja auch nicht.

Bevor wir weiter einsteigen, noch eine kurze Anmerkung zum „Wert“. Der Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung ist immer das, was der Kunde wahrnimmt und bereit ist zu bezahlen. Er orientiert sich also ausschließlich am Kunden und am Markt.

Also, Einzelleistung ist ein Mythos, wie Nessie, und existiert damit gar nicht. Wir prüfen das mal und schauen z.B. auf diejenigen, die direkt mit Kunden und Märkten zu tun haben: Menschen, die im Vertrieb arbeiten. Existiert dort Einzelleistung im Sinne der Wertschaffung? Oder Menschen, die Marketing machen und Marken kreieren und pflegen. Existiert dort Einzelleistung? Oder Menschen, die im Dienstleistungsumfeld direkt in der Zusammenarbeit mit Kunden Wert schaffen, z.B. in der Beratung? Oder Servicetechniker, die für Kunden vor Ort Dinge fixen? Gibt es dort irgendwo Einzelleistung?

Bevor hier Empörung über die vermutete Ignoranz der Leistung einer einzelnen Person entsteht: Natürlich leistet jeder in der Organisation etwas (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber diese einzelne Leistung, z.B. das Telefonat mit einem Kunden, in dem ein Produkt verkauft wird, oder der innovative Gedanke eines Teammitglieds, bestimmt nicht ausschliesslich oder maßgeblich den Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung.

Schauen wir weiter. Wie ist das bei Menschen, die in Unternehmen für die Produktentwicklung arbeiten, z.B. an einem Fahrrad oder einer Software? Oder die, die in der Produktion tätig sind und mit Hilfe von Maschinen Produkte erstellen. Oder die Materialwirtschaft, die für das Bereitstellen von Produktionsmaterial sorgt und Produkte für den Markt verfügbar hält und in Zusammenarbeit mit Menschen der Logistik in den Markt liefert? Oder Menschen in einer Versicherung, die für die Schadensregulierung zuständig sind? Wertschöpfende Einzelleistung irgendwo?

Nicht umsonst spricht man von einer Wertschöpfungskette, die sich durch das Unternehmen zieht. Wertschöpfung entsteht nur, wenn alle dazu beitragen. Hat man das Gefühl nichts dazu beizutragen, gibt es 2 Möglichkeiten: 1. Man findet seinen Wertbeitrag raus, dann hat man den Sinn der jeweiligen Arbeit endlich verstanden. 2. Man findet ihn nicht raus, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man Verschwendung betreibt.

Gibt es Einzelleistung in unterstützenden Bereichen? Human Resources, Administration, Finanzbuchhaltung, Controlling, Geschäftsführung?

Nein. Nirgendwo gibt es Einzelleistung im Sinne von “Wert schaffen”. Alle tragen dazu bei bzw. müssen dazu beitragen, dass Wert im Sinne der Kundenwahrnehmung geschaffen wird.

Aber um gleich einem Missverständnis vorzubeugen: Natürlich gibt es Menschen, die den Unterschied machen. Zu denen kommen wir später.

Wenn es nun keine Einzelleistung gibt, warum gibt es dann individuelle Zielvereinbarungen und Gehalts- und Prämienmodelle, die gezielt Einzelleistung fördern sollen. Z.B. die Prämie für einen Vertriebsmitarbeiter, die am verkauften Umsatz hängt. Oder die Prämie für einen Berater, die am erzielten Deckungsbeitrag hängt? Oder interne Projekte, die erfolgreich im Geschäftsjahr 2015 durchzuführen sind? Oder die Anzahl von neuen Mitarbeitern, die in 2015 einzustellen sind? Uswusf.

Fördern die individuellen Vereinbarungen wirklich die Einzelleistung? Oder helfen sie vielmehr, gerade wenn sie an Umsatz oder Ergebnis gebunden sind, das unternehmerische Risiko zu verteilen? Denn wenn der Umsatz oder das Ergebnis sinkt, muss weniger Geld ausgezahlt werden.

Aber wenn dem so ist, warum ist die Belohnung oder Bestrafung eine individuelle, wenn es keine individuelle Leistung oder Schuld gibt? (… genau, Einzelschuld ist auch ein Mythos.)

Die Antwort zur Frage des “richtigen” Verhaltens, der angebrachten Risikoverteilung sowie der passenden Belohnung folgt im nächsten Blogbeitrag zu diesem Thema.

Enjoy the change!

 

Winald Kasch

Winald Kasch

Wann macht Arbeit Sinn?

Jeden Tag hört man Menschen über die oft so mangelnde Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit sprechen. Arbeit mit Kindern oder kranken Menschen, oder Bio-Bauer zu sein, das würde beispielsweise Sinn machen heißt es da oft.

Woran machen wir den Sinn fest? Das, was wir landläufig als sinnvolle Arbeit bezeichnen, hat, in den meisten Fällen, mit Leben und Lebendigkeit zu tun. Der Sinn geht dort verloren, wo die Lebendigkeit abhanden kommt und Kontrollmechanismen über uns bestimmen. Dort zieht sich die Sinnsuche in die Privatleben und Nebenbeschäftigungen der Menschen zurück; wo Menschen sich mit ganz anderen Dingen beschäftigen, sich „verwirklichen“ und „ausleben“, nebenberuflich Gewerbescheine lösen und ähnliches.

Für viele bedeutet „Sinn“, einen wichtigen und erkennbaren Beitrag leisten zu können. Wir Menschen haben keine Lust darauf, anonym irgendwelche xls-Sheets auszufüllen, Berichte zu schreiben oder stereotype Handgriffe zu machen. Wir Menschen wollen miteinander reden, gemeinsam etwas auf die Beine stellen, etwas bewegen, etwas entscheiden. Wir wollen sehen, dass etwas entsteht und dabei sein, wenn es entsteht.

Das Entstehen der hohen Komplexität in der Arbeitswelt hat mit sich gebracht, dass wir die zu verrichtende Arbeit nicht mehr komplett alleine machen können. Für die einzelnen Arbeitsschritte benötigt es andere Fertigkeiten und Fachkenntnisse, andere Talente und damit andere Menschen. Dadurch ist Kommunikation und Abstimmung noch wichtiger geworden. Wir bringen Motivation und Erfahrung ins Unternehmen ein, werden oft aufgrund der Erfahrung eingestellt und dürfen dann kaum mitbestimmen. Wir wollen über Arbeitsvorgänge und deren Effizienz entscheiden und über andere unternehmerische Fragestellungen, die uns unmittelbar betreffen, bei denen wir uns auskennen und damit einen befriedigenden und wertstiftenden Teil für das Unternehmensergebnis leisten.

Und da sind wir wieder bei der Lebendigkeit: wenn wir Menschen selbst entscheiden und tun dürfen, quasi „lebendig“ sein dürfen, wenn uns vertraut wird, dass wir in der Lage sind uns selbst zum Wohle des Unternehmens zu organisieren und zu entscheiden, dann entsteht Spirit, Identifikation und Sinn. Macht das Sinn?

Karin Weigl

 

Karin Weigl

Karin Weigl

Bereit für den Paradigmen-Wandel der neuen Ära?

Direkt vor der Tür und überall in den Medien droht die Welt unterzugehen: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Umweltkrise, Energiekrise, Nahostkrise, Sinnkrise. Trotzdem fühlt sich alles so an wie immer, oder? Alle reden von der nächsten großen Krise, doch kaum jemand bewegt sich – weil keiner so recht weiß wie?

Weitermachen wie bisher? Sich darauf einstellen oder etwas ändern? In der Welt des Business verpuffen Milliarden durch ineffiziente Beratungs- und Führungsmethoden, die nicht mehr zeitgemäß sind, weil sie den eigentlichen Kern gegenwärtiger Herausforderungen nicht treffen. Dabei ist offensichtlich, dass es einen tiefer greifenden Wandel braucht, nach dem sich viele Menschen auch tatsächlich sehnen. Für einen Quantensprung der Entwicklung wird es jedoch dringend erforderlich sein, eine neue und holistische Perspektive in den Bereich der Führungen zu etablieren. Wenn es gelingt, sämtliche für das komplexe und potenziert-vernetzte, globale Zusammenwirken aller Systeme und Strukturen – also Menschen – relevanten Aspekte von Bewusstsein, Einsicht, Empathie und Spiritualität mit einzubinden, wird damit der Gesamtheit der Menschen gedient. Eine solche Ausrichtung wird sich den Fragen der Nachhaltigkeit allen Lebens ganz zur Verfügung stellen.

Dieser Artikel hat Sie gefunden, weil Sie einen neuen Weg in der Gesellschaft und Wirtschaft beschreiten wollen? Gut! Die Welt braucht etwas wirklich Neues, Innovation, ein echtes Novum! Die Welt braucht Menschen wie Sie, die sich selbst reflektieren und eine über sich selbst hinausgehende Begeisterung und Fürsorge für alles Leben in sich tragen. Sie gestalten den Wandel mit. Sie sind Teil einer neuen visionären Generation selbstbewusster und wirklich verantwortungsvoller Menschen. Die Welt braucht Menschen wie Sie, die in sich die Sehnsucht tragen, eine größtmögliche Klarheit, Liebe und Kraft für sich selbst zu entwickeln, um so für und mit ihrem Unternehmen, ihrer Organisation, deren Entwicklung und Erfolg einen wesentlichen Beitrag für alle zu leisten.

Kennen Sie das? Sie sind innerlich zerrissen mit dem tiefsten Anliegen Ihres Herzens, dass Sie etwas verändern wollen, sich einbringen wollen, beitragen wollen zu etwas Besserem, aber nicht genau wissen, wie Sie es anstellen können? Vielleicht denken Sie auch: „Alleine schaffe ich das nicht. Ja, privat lebe ich authentisch, aber im Job? No way! Wie soll das gehen?“

Hier ist die gute Nachricht: So wie Sie denken gegenwärtig viele Menschen, und zwar weltweit. Es stehen so viele an diesem Punkt, dass diese Zeit reif ist für Wandel, eine nächste Ära von Bewusstsein öffnet ein Fenster für neue Potenziale, die einen Bauplan in sich tragen, der die Impulse, Inspirationen und Ideen aus der Zukunft kontaktiert. Aus einer integralen Zukunft kommen vor allem ganzheitliche Lösungsansätze für unsere globalen Fragestellungen.

Während wir in Deutschland die letzten zehn Jahre sehr erfolgreich damit beschäftigt waren, uns wirtschaftlich richtig fit für das globale 21. Jahrhundert zu machen, ist im Hintergrund dieser Bemühungen eine fast unmerkliche Bewegung aufgetaucht – ein völlig neues Netz von Möglichkeiten und Potenzialen, das Bewusstseinsebenen entwickelt hat und nutzt, die einige von uns noch nicht auf ihrem Radar wahrgenommen haben. Aus unserem heutigen Blickwinkel, der sich sehr auf die Aufklärung und den Darwinismus bezieht, nehmen wir uns und die Welt mit der – bis hierher – am weitesten entwickelten Betriebssoftware „Konkurrenz 5.9“ wahr. Bis hierher war das auch genau die richtige Software.

Doch jetzt ist einer dieser Momente gekommen, da wir ein Update brauchen, wenn wir die Entwicklung wieder in ein Fließen und die Potenziale unserer Gesellschaft entfalten wollen. Nicht Burn-out ist das Problem, sondern dass wir blind geworden sind für die Fälligkeit eines Paradigmen-Wandels unseres Systems, gerade wegen oder trotz des globalen Erfolges, den die deutsche Wirtschaft derzeit genießt. Was geschieht aber, wenn wir stehen bleiben bei dem Release Konkurrenz 5.9.9? Ist dann die deutsche Wirtschaft ausgebrannt und „burned out“? Was ausbrennt, sind entzündete Egos!

Wir sind auf dem Gipfel der einseitigen Rendite-Betonung angekommen. Gier oder besser gesagt Angst haben uns hierher geführt. Die bekannte Heuschrecke ist auch in uns, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Diese Meisterleistung gerät jedoch zur modernen Sklavenhaltung, weil sie nicht zum Wohle aller, sondern zum Wohle der Wenigen reicht, und deshalb brennen Menschen aus, weil sie ohnmächtig und hilflos gegenüber dieser Entwicklung sind. Das Fatale an dem Bewusstsein „Der Bessere gewinnt“ ist nicht allein, dass wir einen immensen Preis dafür bezahlen: betriebs- und volkswirtschaftlich weit über 120 Milliarden Euro jedes Jahr an direkten und indirekten Kosten, das entspricht mehr als den operativen Gewinnen aller DAX 30-Unternehmen Deutschlands 2011.

Das wirklich Fatale ist, dass wir als die Führungspersonen in dem alten Konkurrenzbewusstsein 5.9 glauben, alles richtig zu machen, weil wir gewinnen und nicht verlieren. Wir werden blind für den Paradigmen-Wandel, der sich mit immer höherer Drehzahl bemerkbar macht. Das letzte Statement für die Wucht dieses Umbruchs war der Arabische Frühling. Wer jetzt noch den Blick verschließt vor den Potenzialen einer „Wirtschaft 7.0“, der handelt unternehmerisch, politisch und gesellschaftlich unreflektiert und riskiert nicht nur seinen eigenen Burn-out.

Fragen Sie Führungspersonen aus Sport, Wirtschaft oder Kunst, was schwieriger ist: Weltspitze zu bleiben oder in die Weltspitze vorzudringen? Vorstände und Mitarbeiter von Mercedes, Apple, Lufthansa und BASF oder Spitzensportler wie Michael Schumacher können ein Lied davon singen: Mehr vom Gleichen produzieren, das Bestehende verbessern und neue Produkte in immer kürzeren Zyklen auf den Markt zu bringen, wird auf Dauer nicht die Lösung sein. Recycling, Ressourceneffizienz und „grünes Wachstum“ sind längst keine Drohwörter mehr für Vorstände deutscher Konzerne – schon aus eigenen ökonomischen Überlegungen heraus nicht. Es geht darum, sich zu öffnen für einen Weg, der zu einem neuen Denken, Handeln und zu neuen Potenzialen führt. Unternehmen wie Apple haben uns gezeigt, wie selbst „angestammte“ Unternehmen Branchen revolutionieren und dabei innerhalb von wenigen Jahren margenträchtige Umsätze in Milliardenhöhe generieren. Denken Sie nur an iPod, iTunes, iPhone und iPad. Diese Innovationen haben das Businessmodell der Musikindustrie und der Verlage verändert. Google oder YouTube haben die Welt der Werbung gewandelt, möglicherweise auch bald das Geschäftsmodell der Film- und Fernsehindustrie. Wikipedia, ein Businessmodell des Teilens auf Spendenbasis, ersetzt bald das traditionelle Nachschlagewerk und ist dabei fast ebenso akkurat. Low Cost-Airlines hinterfragen immer öfter das Businessmodell von Full Service-Airlines – und das demnächst auch auf der Langstrecke – fragen Sie mal Herrn Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Lufthansa. Es geht darum, dass nach den Babyboomern und der Generation X jetzt eine neue Generation heranwächst: die Generation Y, deren Wertesystem sich deutlich unterscheidet von Babyboom-Dinosauriern, wie ich einer bin.

Und das immer mehr auf globaler Ebene, weil wir medial und im Bewusstsein so vernetzt sind, wie nie zuvor. Status heute ist immer weniger das Besitzen, sondern das Benutzen, weniger Karriere und Anerkennung als Freiheit und Vielfalt. Unser Führungspersonen-Bewusstsein sollte gründlich hinterfragt werden: Sind wir einseitig blind geworden? Sind die Entwicklungen auf unserem Radar? Was nehmen wir wirklich wahr von dem, was geschieht? Finden wir wirklich sinnvolle Antworten auf globale Herausforderungen – im Hinblick auf die neuen Möglichkeiten? Oder denken wir täglich neu in alten Mustern? Seien wir ehrlich: Der Super-GAU für Deutschland und deutsche Topunternehmen wäre das Erblinden vor neuen Paradigmen und Parametern, sodass Unternehmen Burn-out sind. Der Wandel ist längst da.

Lassen Sie uns gemeinsam eine Zukunft von Organisationen entwickeln – Sinn-inspiriert und Selbst-steuernd.

Ihr Stefan Götz

Auszug aus dem Buch CHANGE LEADER inside von Stefan Götz

 

Stefan Götz

Stefan Götz