Lars Fehmer

Lars Fehmer

Was passiert, wenn die ProjektmanagerInnen im Konzern die Führung übernehmen?

Vor 4 Jahren startete die Gruppe der ProjektmanagerInnen im deutschsprachigen Raum der AGFA Health Care ein internes Organisationsentwicklungsprojekt. Ziel war es, Herausforderungen, die immer aufs Neue in den KundInnenprojekten auftauchten, besser zu managen. Im Zuge dieser Professionalisierung wurde rasch klar, dass nicht nur die ProjektmanagerInnen diese Challenge zu meistern haben, sondern auch viele der anderen Abteilungen, wie Sales oder Service, in diesen Changeprozess eingebunden werden müssen, um eine echte Veränderung herbei zu führen.

Was zu Beginn viele Zweifler auf den Plan gerufen hatte, erwies sich innerhalb weniger Monate als echte Erfolgsgeschichte. Die wirkliche Überraschung war allerdings die Reaktion des Konzerns. Fast zeitgleich mit der deutschen Initiative startete im Konzern ebenfalls ein internes Projekt zur Neugestaltung des Projektmanagements weltweit. Viele hatten Bedenken, dass diese zentrale Vorgabe die gerade so erfolgreiche lokale Entwicklung wieder beenden oder zumindest nachhaltig verändern würde. Aber das Gegenteil trat ein: Der Konzern übernahm alle Anregungen, Dokumente und Prozessoptimierungen von den deutschen KollegInnen. Damit hat das lokal operierende Projektmanagement in diesem Bereich eine führende Rolle zu einem der wichtigsten, globalen Managementthemen im Konzern übernommen

AGFA Health Care ist ein IT-Unternehmen in der Gesundheitsbranche, das sich auf die Implementierung großer und komplexer Patienteninformations-, bildgebende und diagnostische Softwaresysteme spezialisiert hat. Dieses Business ist ein Projektbusiness. Alle Implementierungen werden als Projekte geplant und gesteuert, die immer eine sehr intensive Einbindung der Krankenhäuser und deren MitarbeiterInnen brauchen, um erfolgreich zu sein.

Die Verträge wurden bereits in der Verkaufsphase wesentlich besser mit dem Projektmanagement abgestimmt, was unglaublich schnell zu weniger Abstimmungsmankos und damit zu weniger Kalkulations- und Scopefehlern führte. Das schlug sich unmittelbar positiv in den Zahlen und der KundInnenbeziehung nieder.

Lars Fehmer schloss nach seinem Zivildienst eine pflegerische Ausbildung ab. Nach kurzer Tätigkeit im Bereich der stationären Gerontopsychiatrie folgte ein mehrjähriges Studium des Pflegemanagements an der Hochschule Osnabrück. Nach Beedigung wechselte er anschließend als IT-Berater in die freie Wirtschaft zur GWI GmbH – der führenden Hersteller von Krankenhausinformationssystemen in Deutschland.

Nach Übernahme der GWI durch die Agfa Gevaert Gruppe im Jahre 2005 folgte eine klassische Konzernkarriere in verschiedenen Positionen mit dem Fokus Projektmanagement. Seit 2013 ist Lars Fehmer Head of Project Management bei der Agfa HealthCare GmbH. Er trägt die Verantwortung für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz im Bereich Projektmanagement, zu seinem Team zählen mehr als 60 ProjektmanagerInnen und ein zentral organisiertes Projektmanagement Competence Center.